Toiletten

Ich habe mich getraut! Ich habe die vielen Knöpfe der japanischen Toiletten ausprobiert und erstaunliches entdeckt, oder besser gesagt erstaunliches gespürt ;)

Das japanische WC hält vielerlei Überraschungen bereit, und nicht nur solche Handlungen die sogar meiner Freundin untersagt wären. Wenn man neu in Japan ist wird man gleich zwei Mal erstaunt vor dem Klo stehen und sich fragen was zu tun ist. Einmal gibt es da die modernen Toiletten, mit vielen Knöpfen und Funktionen. Setzt man sich, wird man angenehm überrascht sein, auch ohne das der Vorgänge lange genug große Geschäfte verrichtet hätte. Neben der Sitzheizung gibt es alle denkbaren Funktionen von einem automatisch öffnenden Deckel, einer automatischen Spülung und Reinigung bis hin zur Blutdruckmessug mit Online-Bericht an den Hausarzt(!). Was ich persönlich für sehr vernünftig halte und was auch nicht elektronische Toiletten meist haben, ist der Wasserhahn mit Waschbecken oben auf dem Spülkasten, durch das das Wasser der nächsten Spülung läuft. Und auch die Aufhängung des Klopapiers ist revolutionär einfach. Einfach die neue Rolle von unten hoch schieben, klick und fertig. Die alte, nackte Rolle kann man bei der Bewegung einfach nach oben durchreichen und entnehmen. Und das ganz ohne Microcomputer ;) der wiederum für die Steuerung der verschiedenen intimen Wasserstrahle notwendig sein dürfte, da man sowohl den Wasserdruck, als auch die Position und in einigen Fällen sicher auch den Winkel einstellen kann.


Die zweite Überraschung erwartet den Unwissenden bei kleinen Restaurants in denen oft die traditionellen Becken im Boden eingelassen sind. Hier muss man etwas sportlicher sein. Hier lässt man nämlich in der Hocke sitzend seine Streubomben fallen oder zielt im Stehen (natürlich nur die Herren) wie auf ein Urinal.

Quelle: NHK WorldQuelle: NHK World, “Sense of Japan”, 09.06.2011

Ich bevorzuge die moderne Version, da ich die korrekte, freischwebende Hockposition leider nicht beherrsche und ständig drohe rückwärts hinein zu fallen. :)

Rhox

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens
Veröffentlicht unter Japan | Kommentare deaktiviert

Mit nackten Füßen

Grade sitze ich in einem Café und sehe einen kleinen Jungen der auf einen Stuhl klettert während sich die Mutter einen Kaffee bestellt. Ganz selbstverständlich zieht er sich seine kleinen Klettverschlussschuhe aus und lässt sie vor sich vom Stuhl auf den Boden plumpsen. Danach zieht er sich ganz genüsslich die Socken aus und legt sie erst neben sich auf den eigenen Stuhl und dann mit festem Blick auf den Mann am übernächsten Tisch auf den Nachbarstuhl, was aber bei einem flüchtigen Blick des Herren nebenan abgebrochen wird. Also schwupps vom Stuhl gerutscht und die Socken in den Schuhen verstaut.
Fertig! So kann man den Schokokuchen den Mama auch mitgebracht hat gleich viel besser und in vollen Zügen genießen.

Ich mag japanische Kinder :)

Rhox

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens
Veröffentlicht unter Japan | Kommentare deaktiviert

Random Walk

Ich liebe es durch die Straßen Tokyos zu laufen. Ziel- und Planlos laufe ich die Straßen, Wege und Gassen entlang die interessant aussehen, egal wie groß oder klein sie auch sein mögen. Wobei meine Vorliebe bei den kleinen abgelegenen Straßen liegt, weit ab vom touristischen Tokyo. Keine anderen Gaijins (Ausländer) weit und breit und der ein oder andere verwunderte Japaner, der mir vielleicht gerne den Weg zu den nächsten Sehenswürdigkeiten zeigen wollen würde, in der Annahme ich hätte mich sicher verlaufen.

Das Schöne daran ist, man kann sich nicht verlaufen. Auf einer der nächsten großen Straßen ist sicher eine U-Bahn Station oder zumindest eine Karte der Umgebung. So kann man beruhigt jede Abbiegung mitnehmen, an jeder Kreuzung neu entscheiden und sich in den versteckten Schreinen an der Ruhe inmitten dieser riesigen Metropole ergötzen.

Noch schöner daran ist, dass ich jetzt auf dem Sprachniveau angekommen bin, dass ich mich mit ‚echten‘ Japanern (d.h. ohne Englisch- und Gaijin-Kenntnisse) unterhalten kann.* Ich kann also jederzeit nach dem Weg fragen oder nach Dingen die ich suche, für mich oder als Geschenk für die Lieben zuhause. So habe ich mich bereits erfolgreich zu günstigen Teeschalen durchgefragt und ganz nebenbei erfahren, dass der einsame Goldfisch im Eingangsbereich des Ladens bis vor zwei Monaten einen leider plötzlich erkrankten und kürzlich verstorbenen Freund hatte.

[*Ich verstehe aber trotzdem noch längst nicht alles. Wenn ich aber dazusage, dass mein Japanisch noch nicht besonders gut ist klappt die Unterhaltung schon ganz gut.]

So entdecke ich Tokyo und das Leben der Japaner. Indem ich die ‚privaten‘ Straßen entlanglaufe und sehe was die Anwohner tun und wie sie es tun. Wie sie die kleinen Transporter entladen, wie sie die Wäsche aufhängen, wie die Pakete verteilt werden, wie die Kinder auf den Schulhöfen spielen, wie sich Leute in den Parks entspannen oder die Hinterausgänge der vielen kleinen Restaurants aussehen. Während ich diese Zeilen schreibe sitze ich übrigens in einem Café neben zwei Schulmädchen und gegenüber von einem Geschäftsmann, die mit müden Augen aber in entspannter Atmosphäre arbeiten.

Vielleicht sollte ich auch in Berlin einmal einen random walk wagen und es mit den Augen eines Gaijins neu entdecken.

Rhox

Veröffentlicht unter Japan | 1 Kommentar

Karaoke

Ich fange doch tatsächlich ernsthaft an Karaoke zu mögen!
Gestern war ich mit einem Freund, zwei seiner Freunde und einem Freundes-Freund beim Karaoke. Man mag es kaum glauben, aber ich habe gesunden! Einmal mit Unterstützung bei einem japanischen Lied (ashita ga aru sa, 明日があるさ) und anschließend ganze fünf Mal alleine!!

Dank dem Karaoke-Nachmittag gestern habe ich nun also tatsächlich eine kleine Liste an Liedern, die ich bei einem solchen ‚Event‘ beisteuern kann:

Just a gigolo, David Lee Roth

99 Luftballons, Nena

What a wonderful world, Louis Armstrong

Something stupid, Frank Sinatra/Robbie Williams

Mr. Bojangles, Jerry Jeff Walker/Robbie Williams

Ich freue mich auf das nächste Mal und kann nur sagen: einmal angefangen verliert es den Schrecken alleine oder überhaupt zu singen! Schnappt euch ein Lied, übt es ein bisschen mit YouTube-Video inkl. Text und der Rest ergibt sich mit netten Begleitern :)

Rhox

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens
Veröffentlicht unter Japan | Kommentare deaktiviert

surprise, surprise

Japan schafft es immer wieder mich zu überraschen!
Auch nach dem ich im letzten Jahr bereits 6 Monate hier verbracht habe, gibt es fast täglich Dinge die mich erstaunen.

Nach dem ich inzwischen Dinge wie Toiletten mit Mini-Waschbecken, durch die das Wasser für den nächsten Spülgang zum Händewaschen läuft, Überzüge für Regenschirme an Eingängen von Geschäften, damit der Laden nicht überschwemmt wird, oder Schuhe speziell und ausschließlich für Toiletten bereits gut kenne, habe ich in der ersten Woche meiner Rückkehr wieder unzählige Überraschungen erlebt!

Da sind zum Beispiel Kleinigkeiten wie ein Plastikaufsatz, für die auch uns bekannten Nagelknipser, der verhindert, dass die abgetrennten Nagelstückchen nicht durch die ganze Wohnung fliegen. Oder Seife in einem kleinen Netz, was nicht nur weniger glitschig ist, sondern auch noch den perfekten Schaum zum Einseifen erzeugt!

Besonders lecker, eine Mahlzeit die beim Essen die Geschmacksrichtung ändert! Ramen (ラーメン) ist eines der Dinge auf das die Japaner versessen sind. Sie wollen möglichst alle Sorten kennen lernen. Wenn sie irgendwo im Urlaub sind, dann probieren sie zu aller erst den lokal typischen Ramen. Und wenn man von einem Ausflug zurück kommt, wird man nicht gefragt wie es ganz allgemein so war, sondern ob es lecker war!
Das besondere an dem Ramen, den ich vor kurzem gegessen habe: Er bestand aus verschiedenen Teilen! Grundsätzlich eine Art Nudelsuppe, auf der obenauf verschiedene Dinge wie Fleisch, fein geschnittene Lauchzwiebeln oder etwas Soße/Öl “schwimmen”. Isst man erst an der einen Stelle schmeckt es anders, als wenn man später das Öl dazu mischt. Außerdem gibt es verschiedene “Toppings” wie Ingwer, Knoblauch, Sprossen oder Anderes. Somit schmeckt der Ramen von Bissen zu Bissen anders! :)

Und noch etwas eher privates: Es ist scheinbar ganz üblich, dass man sich gegenseitig die Ohren mit Wattestäbchen oder kleinen “Kratz”-Stäbchen aus Holz säubert. Und es ist für Japaner nicht eklig die klebrige Masse aus den Ohren zu ziehen, sondern umso spaßiger, umso mehr man herausholt! :)

Es ist unfassbar schön hier zu sein und all diese Andersartigkeiten zu entdecken und zu erleben. Vieles was so selbstverständlich erscheint, kann auf ganz andere Art und Weise gehandhabt und gelebt werden.

Rhox

Start Slide Show with PicLens Lite PicLens
Veröffentlicht unter Japan | Verschlagwortet mit , | 1 Kommentar