Erdbeben

Lange her, doch noch nicht dokumentiert:
Die Unterhaltung bracht apprupt ab und die beiden Japaner vor mir schauen aufmerksam zur Seite. Nach 3 Sekunden Entwarnung, “Daijoubu”.
Ich habe mein erstes Erdbeben -zum Glück in der Gegenwart von Japanern- erlebt.

Es ist schon Eindrucksvoll, wenn sich plötzlich das ganze Haus unter einem bewegt. Allerdings, dass muss ich ganz klar sagen, wenn kein Japaner in Sicht ist und man allein daheim sitzt, geht einem der Arsch gehörig auf Grundeis. (um es einfach mal so auszudrücken wie es ist) Denn, wenn man erst einmal realisiert hat, dass nicht nur wieder ein Bus vor der Haustür vorbei fährt, sondern das Rütteln länger anhält, spürt man die Kraft der Natur.

Mein erster Gedanke war: “Was machen die denn da in der Produktion? Schmeißen die alle Maschinen um?” Erstaunlich langsam merkt man, dass es sich um ein Erdbeben handelt, obwohl man doch weiß, dass es sie in Japan gibt. Wenn man es aber noch nie erlebt hat, ist es wie ein schwerer LKW der über das heimische Kopfsteinpflaster rattert. Nur viel länger und unter Umständen intensiever.

Seit diesem ersten Beben sind nun ein paar Wochen vergangen. Inzwischen gab es sogar, neben ein paar kleineren Beben, eines, dass sogar den Japanern für ein paar Sekunden einen Schrecken eingejagt hat.
Da wird dann schon mal der Kaffee vom Tisch gehoben… Nicht das was verschüttet wird ;)

Seither verspüre ich jeden Tag mehrere winzig kleine Beben und glaube, dass es nur Vorbeben sein könnten.
Oder der Kollege der den Gang durchschreitet ist halt einfach keine Elfe ;)

Rhox

Nachtrag:
Der Eintrag ist schon ein paar Tage alt, obwohl ich ihn jetzt erst veröffentlicht habe. Mitlerweile habe ich mich fast an das Rütteln gewöhnt.
Eines Morgens lag ich in meinem Futon auf dem Boden und nehme nur murrend hin, dass es eigentlich noch zu früh ist für solche Späße. Viel zu Faul um panisch aufzuspringen liege ich da und hoffe dass die Wellen nicht stärker werden. Dann hat es ein Ende. Entwarnung und ich drehe mich einfach nochmal um.

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“3 Millionen Facebook und Twitter Nutzer sterben bei dem Erdbeben” so könnte eine traurige Nachricht den Verdacht eines Freundes bestätigen. Bei einem Erdbeben, dass sogar seinen Laptopbildschirm hin und her schlackern lässt, überlegt er sich nach dem es ein wenig stärker wird, dass er erst einen Eintrag auf Facebook schreibt und sich dann, falls es wirklich nicht aufhören will, unter dem Tisch versteckt. …Soll ja jeder wissen, was er so macht ;)

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