Der vergessene Chasen

Es ist nun schon wieder einige Monate her, dass ich auf einen Besuch nach Japan geflogen bin. Auf der Suche nach schönen und passenden Mitbringseln, habe ich auch nach dem japanischen Matcha-Tee und den benötigten Utensilien gesucht. Matcha-Pulver, Tee-Schaalen und die Süßigkeiten, die zum etwas bitteren Tee gereicht werden. Nur der Bambus-Quirl, der Cha-sen, fehlte mir noch. Nach einer langer Suche und schließlich mit etwas Hilfe, habe ich dann einen Laden gefunden, der ein erschwingliches Exemplar anbot.

ChasenVor der Heimreise wollte ich mir dann ein Mal die Zubereitung zeigen lassen und den Tee selbst probieren. Nach einer verzweifelten Suche konnte der benötigte Quirl aber nirgends gefunden werden, sodass ich ohne ihn abreisen musste… : (

Nun, nach fast vier Monaten(!), hatte ich das Glück, dass die Japanerin, die mir bei der Suche nach dem Chasen half, einen neuen für mich besorgen wollte. In dem selben Laden, bei der selben Verkäuferin, die sie wieder erkannte und ihr den im September vergessenen, schon gekauften, lange vermissten und gut gehüteten Chasen übergab!

Ich bin begeistert von dieser freundlichen, aufmerksamen und ehrlichen Art!
Danke liebe Japaner! (皆日本人、ありがとうございます!)

 Rhox

Meinen ersten echten Matcha-Tee durfte ich übrigens in Kamakura in einem wunderschönen Bambushain genießen!

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Wenn die Gedanken schweifen…

…dann lassen sie es sich gut gehen!

Rhox

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Ja, wie war’s denn nun eigentlich?

Und, wie war’s denn nun?
War es genauso schön wie beim ersten Mal? Hat es an Zauber verloren?

Ich habe mir vor meiner Rückkehr viele Gedanken gemacht wie das zweite Mal in Japan wohl werden würde. Ob es beim ersten Mal vielleicht nur so schön war, weil es etwas Besonderes, etwas Einmaliges und eben ein Abenteuer war. Ob ich, wenn ich anfange mehr aus meiner Umgebung zu verstehen, nicht vielleicht ernüchtert bin von dem was Japaner denken und sagen, oder ganz allgemein von dem Leben in Japan. Ob ich nicht vielleicht ernüchtert würde, wenn ich die schlafenden Japaner in der U-Bahn nicht mehr mit Augen eines Entdeckers, sondern mit hellwachen und urdeutschen Augen sehe. Ob ich vielleicht doch keinen rohen Fisch mehr runter bekomme und ob mich nicht doch die ein oder andere Regel in den Wahnsinn treibt. Dass ich die Ehrlichkeit der schlechtgelaunten Menschen hier vermisse und diese ‘gespielte’ Freundlichkeit nicht einfach plötzlich falsch finde…

Nun aber, nach vier weiteren Wochen, habe ich die quälende Gewissheit:
Japan ist tatsächlich ein ganz wunderbares Land, mit wunderbaren Menschen und wunderbaren Sitten! Ich liebe Japan und werde mein Leben lang immer wieder dorthin zurückkehren!

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein!“

Rhox

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Onsen

Nachdem ich im letzten Jahr in Beppu war, quasi der “Hauptstadt” der Onsens, ohne auch nur den großen Zeh in das berühmte heiße Wasser zu stecken, habe ich es dieses Jahr endlich geschafft!

Ich war in einem echten japanischen Onsen, zusammen mit echten Japanern, bekleidet nur mit einer beschlagenen Brille und einem Waschlappen auf dem Kopf!

Wie in einem Lehrbuch oder einer der vielen Anleitungen aus dem Internet, saß ich auf einem der winzigen Holzschemel und habe mich von Kopf bis Fuß gründlich gewaschen. Wie im Lehrbuch habe ich den Waschzuber mehrmals mit heißem Wasser aus dem Onsen gefüllt und mir über die Beine, die Arme und den Rücken gegossen, um mich langsam an die wohlige Wassertemperatur zu gewöhnen. Wie im Lehrbuch lag ich in dem Onsen und habe ein Gefühl genossen, das kein Lehrbuch dieser Welt beschreiben kann!

Und auch ich kann es nicht in treffende Worte fassen…
Diese durchdringende Wärme des heißen Quellwassers, die frische, regenerfüllte Luft und das Rauschen des Flusses am Fuße es Berges. Eine allumfassende innere Ruhe die den Körper bis in die Zehenspitzen und die Seele bis zu den letzten verdrängten Ängsten hin durchdringt und entspannt.

 

Ein absoultes Highlight meiner bisherigen Japanerfahrungen! Abgerundet durch das wunderbare Hotel mit einem tollen japanischen Menü am Abend und einem interessanten japanischen Frühstück am nächsten Morgen.

Rhox

Ganz nebenbei habe ich es in dem Onsen-Hotel übrigens zu einem 5-Minuten-Samurai gebracht. Eine absolute Ausnahme!
: )

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Toiletten

Ich habe mich getraut! Ich habe die vielen Knöpfe der japanischen Toiletten ausprobiert und erstaunliches entdeckt, oder besser gesagt erstaunliches gespürt ;)

Das japanische WC hält vielerlei Überraschungen bereit, und nicht nur solche Handlungen die sogar meiner Freundin untersagt wären. Wenn man neu in Japan ist wird man gleich zwei Mal erstaunt vor dem Klo stehen und sich fragen was zu tun ist. Einmal gibt es da die modernen Toiletten, mit vielen Knöpfen und Funktionen. Setzt man sich, wird man angenehm überrascht sein, auch ohne das der Vorgänge lange genug große Geschäfte verrichtet hätte. Neben der Sitzheizung gibt es alle denkbaren Funktionen von einem automatisch öffnenden Deckel, einer automatischen Spülung und Reinigung bis hin zur Blutdruckmessug mit Online-Bericht an den Hausarzt(!). Was ich persönlich für sehr vernünftig halte und was auch nicht elektronische Toiletten meist haben, ist der Wasserhahn mit Waschbecken oben auf dem Spülkasten, durch das das Wasser der nächsten Spülung läuft. Und auch die Aufhängung des Klopapiers ist revolutionär einfach. Einfach die neue Rolle von unten hoch schieben, klick und fertig. Die alte, nackte Rolle kann man bei der Bewegung einfach nach oben durchreichen und entnehmen. Und das ganz ohne Microcomputer ;) der wiederum für die Steuerung der verschiedenen intimen Wasserstrahle notwendig sein dürfte, da man sowohl den Wasserdruck, als auch die Position und in einigen Fällen sicher auch den Winkel einstellen kann.


Die zweite Überraschung erwartet den Unwissenden bei kleinen Restaurants in denen oft die traditionellen Becken im Boden eingelassen sind. Hier muss man etwas sportlicher sein. Hier lässt man nämlich in der Hocke sitzend seine Streubomben fallen oder zielt im Stehen (natürlich nur die Herren) wie auf ein Urinal.

Quelle: NHK WorldQuelle: NHK World, “Sense of Japan”, 09.06.2011

Ich bevorzuge die moderne Version, da ich die korrekte, freischwebende Hockposition leider nicht beherrsche und ständig drohe rückwärts hinein zu fallen. :)

Rhox

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